Im Gespräch mit Christin Baumert,  BAUMERT Laden- und Messebau Zeitz, Betreiberin des WOW! Co-Working-Space

Erster Co-Working-Space der Stadt auf der Zielgeraden „Baustellenbier“ am 27. Juni 2022

Schon seit Dezember 2021 verspricht die Fensterwerbung im Roßmarkt 13a ein „WOW!“: Der erste Co-Working-Space von Zeitz (auf gut deutsch: ein geteilter dynamischer Arbeitsraum für unterschiedliche Nutzer) soll hier eröffnen. In letzter Zeit war es bedenklich ruhig auf der Baustelle, jetzt aber ist wieder Bewegung in das Vorhaben gekommen. Frau Baumert, sind Sie auf der Zielgeraden?

Christin Baumert: Es hat gedauert, aber wir freuen uns sagen zu können: Jetzt ist die Baufinanzierung gesichert! Wir haben die Sparkasse Burgenlandkreis an unserer Seite, können weiterbauen und hoffen, im Herbst 2022 das WOW! zu eröffnen.

Warum hat es einen Baustopp gegeben?

Christin Baumert: Die Gründe sind vielschichtig. Alle – die Stadt, die WBG als Vermieter, wir selbst – waren vom Start an von dem Projekt begeistert und alles sollte so schnell wie nur möglich gehen. Wir haben anfangs selbst finanziert und hofften, den Termin mit hohem Arbeitseinsatz und kurzen Dienstwegen halten zu können, hatten aber die Rechnung nicht mit Corona gemacht. Zur Klärung der weiteren Finanzierung gehörte u.a. ein Businessplan mit tragfähiger Kostenermittlung. Vor allem diese Recherche erwies sich als äußert schwierig: Bis zu drei Monate haben wir auf Angebote einzelner Gewerke gewartet. Dann fand sich mit dem MVZ ein neuer Mieter für die oberen Geschosse des Hauses am Roßmarkt 13a. Das ist für die Zeitzer Innenstadt ein Segen und wir freuen uns über diese Entwicklung, zog aber Änderungen in der Bauplanung mit sich. Und schließlich ist unsere Finanzierung mit einer auswärtigen Bank nicht zuletzt durch die Auswirkungen und wirtschaftlichen Unwägbarkeiten des Ukrainekrieges geplatzt. Mit dem Wechsel zur Sparkasse Burgenlandkreis sind wir nunmehr bei einer regionalen Bank, die mit dem Thema Strukturwandel und der Stadt Zeitz vertraut ist. Jetzt steht alles auf sicheren Füßen. Wir sind sehr erleichtert und es kann weitergebaut werden!

Das WOW! Ist eines der Aushängeschilder im Prozess des Strukturwandels der Stadt, die einen Co-Working-Betreiber und -Space für die Innenstadt und ihr Projektbüro „Stadt der Zukunft Zeitz“ suchte – und mit Ihnen fand.

Christin Baumert: Innenstadtentwicklung ist ein großes Thema in Zeitz, wir haben den demografischen und den Strukturwandel, der sich wie auch in anderen Städten Deutschlands und Europas an leeren Läden und Straßen ablesen lässt. Und man stellt sich die Frage, in welchem Umfeld will ich kommunizieren, leben und arbeiten? Ist die Stadt lebenswert, offen und zukunftsgewandt? Für uns, meinen Mann und mich, die wir die Firma BAUMERT als Familie in Zeitz führen, war es immer wichtig, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen, selbst zu gestalten und nicht darauf zu warten, dass es andere tun. Wir haben Co-Working als ein zweites Standbein für uns als Unternehmen entdeckt und mit Überzeugung nach vorn geholt.

 

Was tut das WOW! für die Stadt, was wird das für ein Ort sein?

Christin Baumert: Die Pandemie hat das Thema der „Neuen Arbeitswelten“ befeuert, das mit dem Generationenwechsel ohnehin aufgeploppt wäre. Es bringt so viele, auch gesellschaftliche Vorteile mit sich: Ressourcenschonung und Kostenersparnis, ein neues soziales Miteinander, der Austausch, die Vernetzung, die Chance auf neue Ideen, die man gemeinsam und unkonventionell miteinander entwickelt … Das WOW mitten in der Stadt wird Leute jeden Alters anziehen und Zeitz beleben. Für mich ist das ein Herzensthema und ich freue mich darauf, die „Co-Worker“ – darunter das städtische Projektbüro „Stadt der Zukunft Zeitz“ – in ihrer Tätigkeit unterstützen zu können. Mit dem MVZ erwarten wir zudem mehr Publikumsverkehr und damit mehr Leben und Bewegung in der Innenstadt. Ein großes Plus.

Ein guter Grund zum Feiern. Sie laden gemeinsam mit der Stadt am 27. Juni 2022 ein zu einem „Baustellenbier“ …

Christin Baumert: Es wird Zeit für ein kleines Fest, um sich bei allen, die viel Geduld und Engagement in das Projekt gesteckt haben, zu bedanken und für das letzte Stück Arbeit auf der Baustelle zu motivieren. Alle beteiligten Baufirmen, darunter viele regionale, alle Zeitzer, alle Freunde und Gestalter des Strukturwandels sind eingeladen, mit uns zu feiern, wir erwarten zudem Oberbürgermeister Christian Thieme. Und das Projektbüro „Stadt der Zukunft Zeitz“ wird sich an seinem zukünftigen Arbeitsplatz präsentieren. Ein guter Tag für alle.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

 

Das Interview führte Cornelia Heller

Fotos: KollektivDesign (Portrait Christin Baumert); Reiner Eckel (Roßmarkt 13a)

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