Zeitz im Strukturwandel. Mehr Chance als Risiko.

Der Gesetzgeber hat den Ausstieg aus der Braunkohleverstromung bis 2038 beschlossen. Das bleibt nicht ohne Folgen für unsere Region inmitten des Mitteldeutschen Braunkohlereviers. Mit dem Strukturstärkungsgesetz ist die Grundlage geschaffen, den daraus folgenden Strukturwandel im Revier aktiv zu begleiten. Zeitz und die Ortsteile stellen sich den Herausforderungen aus dem kommenden Transformationsprozess.

In der Bevölkerung und der regionalen Wirtschaft sind die Erwartungen hoch. Wir wollen mit diesen Seiten zur Transparenz des Prozesses beitragen. Neben Neuigkeiten finden Sie Informationen über aktive und geplante Projekte. Im Downloadbereich stellen wir Dokumente und Kontaktdaten für Interessierte bereit.

NEUIGKEITEN & TERMINE

Aktuelle Informationen, Berichte und relevante Termine

Strukturwandel – Projekte und Aktivitäten

Informationen zu bewilligten, Projekten in Vorbereitung und weiteren Aktivitäten.
Die Übersicht wird je nach Status quo der Projektverläufe permanent angepasst.
Zur Vereinfachung unterscheiden wir hier nicht nach Art der Förderung.
Sie haben Fragen? Hier klicken!

Häufige Fragen

Fragen und Antworten rund um den Strukturwandel.
Beachten Sie bitte: dies sind lediglich Hinweise, es handelt sich nicht um Beratung!

Was muss ich mir unter dem "Revier Sachsen-Anhalt" vorstellen?

Das Mitteldeutsche Revier umfasst in Sachsen-Anhalt fünf Regionen: die kreisfreie Stadt Halle (Saale) sowie die Landkreise Anhalt-Bitterfeld, den Burgenlandkreis, Mansfeld-Südharz und den Saalekreis. Eine stolze Tradition bezeugt, wie die Braunkohle über Jahrzehnte Landschaft, Menschen und Strukturen prägte. Zwar stehen die fünf Regionen nun allesamt vor ähnlichen Herausforderungen. Aber jede von ihnen besitzt ganz spezielle Voraussetzungen, den Strukturwandel zu bewältigen. Die Wirtschaft der Regionen ist von unterschiedlichen Branchen geprägt und bietet so verschiedene Anknüpfungspunkte für die Entwicklung zukunftsträchtiger Industrien.


Quelle: Staatskanzlei Sachsen-Anhalt, Stabstelle Strukturwandel

Wie und wofür sind die Strukturwandelmittel aufgeteilt?

Quelle: strukturwandel.sachsen-anhalt.de

Zur Bewältigung des Strukturwandels „…leistet der Bund finanzielle Hilfe – in Höhe von bis zu 40 Milliarden Euro bis 2038. Zwölf Prozent dieser Gelder fließen nach Sachsen-Anhalt. Mit dem „Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen“ hat die Bundesregierung einen inhaltlichen und finanziellen Rahmen geschaffen für den Einsatz der Strukturhilfen in den betroffenen Regionen. Die Finanzhilfen gelten insbesondere der Bewältigung des Strukturwandels und der Sicherung der Beschäftigung im Zuge des Ausstiegs aus der Verstromung von Braunkohle.“

„Die im Strukturstärkungsgesetz festgeschriebenen Finanzzusagen sind zweigeteilt. Der erste Arm des Gesetzes umfasst projektoffene Finanzhilfen von bis zu 14 Milliarden Euro, die für bedeutsame Investitionen der Länder und Gemeinden eingesetzt werden sollen.
Der zweite Arm des Gesetzes umfasst weitere Maßnahmen des Bundes von bis zu 26 Milliarden Euro.“

Quelle: strukturwandel.sachsen-anhalt.de

Wer kann Anträge stellen und Zuwendungen erhalten?

Aus: Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen an Gebietskörperschaften und sonstige Träger kommunaler Aufgaben in Sachsen-Anhalt nach dem Investitionsgesetz Kohleregionen (Richtlinie Sachsen-Anhalt Revier 2038) RdErl. der StK vom 30.11.2020 – SSW 01370:

„Antragsberechtigte und Zuwendungsempfänger sind Gebietskörperschaften nach § 2 Nr. 3 Buchst. b des Investitionsgesetzes Kohleregionen sowie sonstige Träger, soweit sie öffentliche, vor allem kommunale, Aufgaben in diesen oder für diese Gebietskörperschaften erfüllen.
Die Erfüllung kommunaler Aufgaben hat der Träger gegenüber der Bewilligungsbehörde nachzuweisen. Zuwendungsempfänger ist in der Regel der Eigentümer. Antragsteller mit gleichwertigen Nutzungsrechten können gefördert werden, wenn die Nutzungsberechtigung bis zum Ende der Zweckbindungsfrist gegeben ist und die Zustimmung des Eigentümers zum Vorhaben und zum Förderantrag vorgelegt wird. Zuwendungen können unter den Zuwendungsvoraussetzungen nach dieser Richtlinie und nach Abschluss einer entsprechenden Vereinbarung an Dritte, insbesondere an Stiftungen, Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen weitergeleitet werden.“

(ganze Richtlinie lesen)

Kann ich mich als BürgerIn beteiligen? Wenn ja, wo und wie?

Ja, Sie können sich beteiligen. Jetzt ist bereits eine Beteiligung online jederzeit möglich (siehe Link unter dem Text).

In der Region Zeitz ist voraussichtlich ab Juli 2021 die Stabstelle für Strukturwandel des Burgenlandkreises eingerichtet (im Bahnhof Zeitz). Einer der Schwerpunkte dieser Stabstelle ist dann Transparenz und Bürgerbeteiligung. Außerdem plant die Stadt Zeitz ein Büro „Stadt der Zukunft“, das städtische Projekte bearbeiten und für entsprechende Bürgerbeteiligung zuständig sein wird.

Sie können sich aber auch jetzt schon auf unserer Kontaktseite mit Fragen und Ideen melden.

Tipp: Nach Einrichtung o.g. Stellen finden Sie die Kontaktdaten hier auf diesen Seiten.

Was wird gefördert und wohin kann ich mich mit Fragen wenden?

Hier ein erster grober Überblick über die Förderbereiche. Beachten Sie bitte die weiterführenden Informationen (Link unten).

  • Bedeutsame Investitionen zur Verbesserung der wirtschaftlichen Infrastruktur gemäß Ziffer 2 der Richtlinie
  • Die Investitionsbank ist gemäß Anlage 2 der Richtlinie Bewilligungsbehörde für:
    • Erwerb und Herrichtung von Flächen für Unternehmen; energetische Sanierung (ausgenommen kommunale Kläranlagen)
    • Einrichtungen von Kinder- und Jugendeinrichtungen, Kin-dertageseinrichtungen, Kindertagespflegestellen, Familienzentren und Gemeinschaftshäusern
    • Barriereabbau
    • Digitalisierung, Breitband, Mobilfunkinfrastruktur
    • Touristische Infrastruktur
    • Forschungsinfrastruktur
    • Infrastruktur der ergänzenden Aus- und Weiterbildung
    • Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft, Ressourcenschonung

Weiterführende Informationen, Richtlinien, Antragsunterlagen und AnsprechpartnerInnen finden Sie unter folgendem Link:

Oft gelesen: Ein "Masterplan für Zeitz" - Was hat es damit auf sich?

Zwei lokale Orientierungsdokumente geben derzeit Visionen und Zielsetzungen, sowie ansatzweise Maßnahmen, für die Entwicklung vor: das „Leitbild Zeitz 2035“ und das ISEK (Integriertes Stadtentwicklungskonzept) „Stadt der Freiräume„.

Der Masterplan wird nun aus diesen Dokumenten die konkreten Schritte für die wirtschaftliche, städtebauliche und sozio-ökonomische Entwicklung im Strukturwandelprozess ableiten. Sprich: der Masterplan entwickelt konkrete Projektvorschläge, die sowohl die Visionen und Ziele der Stadt erreichbar machen, als auch den Förderkriterien aus dem Strukturstärkungsgesetz Kohlereviere entsprechen. Denn alle Strukturwandelprojekte unterliegen bestimmten Anforderungen. Unter anderem müssen sie in das Leitbild zum Mitteldeutschen Revier passen.

Ziff. 4.2. der Landesrichtlinie Investitionsgesetz Kohlereviere dazu:
„Um sicherzustellen, dass sowohl die Maßnahmen des Landes als auch des Bundes strategisch untersetzt und zielgerichtet umgesetzt werden, müssen sich alle Investitionsvorhaben in das Leitbild zum Mitteldeutschen Revier (Anlage 2 des Investitionsgesetzes Kohleregionen) einordnen lassen.“

Hintergrund
„Zeitz braucht einen Masterplan.“ Diese Feststellung traf Ministerpräsident Dr. Rainer Haseloff während einer Kabinettsitzung in Zeitz. Die Masterplanentwicklung und daraus folgende förderfähige Projekte für Zeitz maßgeblich zu unterstützen, sagte die Landesregierung mehrfach zu (siehe auch).
Die häufig öffentlich kolportierte Erwartung, die Landesregierung müsse oder werde einen Masterplan für Zeitz liefern ist falsch. Die Stadt Zeitz muss liefern, den Masterplan und Strukturwandelprojekte.

Weiterführende Informationen, Richtlinien, Antragsunterlagen und AnsprechpartnerInnen finden Sie hier:

Wir arbeiten daran, häufig gestellte Fragen für Sie hier zu beantworten.
Sie haben eine Frage? Nutzen Sie bitte unser Kontaktformular.

Herausforderungen im Strukturwandel

Die zentralen Problemlagen, sichtbare Potenziale
und Aktivitäten in Zeitz

Welches die zentralen Herausforderungen sind, denen wir uns stellen müssen.

  • fehlende Industrieflächen
  • unzureichende verkehrliche Anbindung
  • Fachkräftemangel
  • Leerstand im Stadtgebiet mit Potenzial für Gewerbe und Wohnen – Jedoch ist die Substanz häufig marode
  • Zukunft der MIBRAG offen
  • fehlende personelle und finanzielle Ressourcen in der Stadtverwaltung
  • negatives Image

Welche unserer Potenziale für erfolgreichen Strukturwandel relevant sind.

  • ausreichende Freiräume
  • Unternehmensbestand, vorhandene industrielle Kerne
  • Nähe zu Leipzig
  • zentrale Lage im Mitteldeutschen Wirtschaftsraum
  • vorteilhafte Distanz zum Flughafen Leipzig-Halle (55 km, 45 min)
  • Lage im „Kreuz“ zwischen A4, A9 und A38
  • engagierte Menschen, kreative Köpfe, risikobereite Investoren
  • besondere Berücksichtigung der Stadt als Modellstadt der Transformation / Stadt der Zukunft
  • gutes Kulturangebot und touristische Highlights

Mit welchen Maßnahmen wir die beschriebenen Herausforderungen annehmen.

Hier aufgeführte Aktivitäten sind ein Ausschnitt, genannte Maßnahmen und Projekte erste konkrete Ansätze.

  • fehlende Industrieflächen
    Kooperationsvereinbarung Burgenlandkreis mit IMG und intensive Unterstützung der Stadt Zeitz bei Gewerbe- und Industrieflächenentwicklung / Konzept zur Industrieflächenerschließung durch MW und MLV
  • unzureichende verkehrliche Anbindung
    langfristig: Ertüchtigung, Elektrifizierung, S-Bahn Gera-Zeitz-Pegau-Leipzig /
  • Fachkräftemangel
    mittelfristig: Verbesserung der Bildungslandschaft (Projekt Bildungscampus) / Steigerung der Wohn- und Lebensqualität (5.000 Einpendler täglich zur Arbeit, ab mittlerer Managementebene wird in Leipzig oder Naumburg gewohnt).
    Aktivitäten: Vater-Jahn-Turnhalle, Herrmannschacht / Digitalisierungszentrum
  • Leerstand im Stadtgebiet hat Potenzial für Gewerbe und Wohnen – Jedoch ist die Substanz häufig marode
    Aktivitäten: Kooperation mit „Kompetenzzentrum Stadtentwicklung“ / MehrgenerationenHaus Rahnestraße 6-7 /
    Entwicklung weiterer Projekte… (Projektübersicht)
  • Zukunft der MIBRAG offen
    Enge Abstimmung wirtschaftsnaher Projekte zwischen Stabsstelle Strukturwandel und MIBRAG, aktive G-und I- Flächenentwicklung (s.o.)
  • fehlende personelle und finanzielle Ressourcen in der Stadtverwaltung
    Aktivitäten: Projektbüro „Stadt der Zukunft“ und Stabstelle Strukturwandel Burgenlandkreis zur Entwicklung und Begleitung der Strukturwandelprojekte
  • negatives Image
    Imagekampagne zum Strukturwandel / transparente Prozessgestaltung, offener Dialog über Hemmnisse und Potenziale / BürgerInnen- Beteiligung / CI und CD bearbeiten