Quelle
Monitoringbericht Kultur- und Kreativwirtschaft 2020
Herausgeber: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)
Kaum war die Nachricht öffentlich, das Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes würde mit dem Creativ Lab #2 nach Zeitz kommen (wir berichteten) meldeten sich vorschnell Zweifler und Kritiker zu Wort. Von Ideen würde niemand satt und im Strukturwandel bräuchte es produktive Arbeitsplätze und nicht die Kreativen. Gute Gründe für die Annahme, dass offensichtlich ein mindestens diffuses Bild über die Kultur- und Kreativwirtschaft als Branche besteht. Gute Gründe, sich einmal näher mit dieser allzu häufig unterschätzten Branche näher zu beschäftigen.
Immerhin erarbeiten die 248.790 Unternehmen der Branche einen Umsatz von 174,1 Mrd. Euro (2019). Ihr Beitrag zur Bruttowertschöpfung ist für 2019 mit 106,4 Mrd. Euro beziffert. Zum Vergleich: das ist etwas mehr als der Beitrag aus Energieversorgung (49,7) und Chemischer Industrie (51,8) zusammen genommen. Die Kultur- und Kreativwirtschaft trägt damit 3,1 Prozent Anteil am Bruttoinlandsprodukt.
Was dazu gehört, mit welchen Umsätzen (2019)
Monitoringbericht Kultur- und Kreativwirtschaft 2020
Herausgeber: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)
174,1
Mrd. Umsatz
106,4
Mrd. Bruttowertschöpfung
3,1
% Anteil am BiP
Rundfunkwirtschaft
Buchmarkt
Kunstmarkt
Filmwirtschaft
Musikwirtschaft
Darstellende Künste
Designwirtschaft
Architektur
Pressemarkt
Werbemarkt
Software- Gamesindustrie
Sonstige
Neben den nüchternen Zahlen gibt es weitere gute Gründe, weshalb diese Branche für eine Stadt im Wandel interessant ist, die Standortbedingungen betreffend. Wir haben zum Beispiel Platz, günstige wie geeignete Immobilien, ein sich gut entwickelndes Gründungsklima und eine Vielzahl Veranstaltungen – Bedingungen, die Zeitz für diese Branche interessant machen. Wir könnten unsererseits von der enormen Innovationskraft und Gründungsdynamik der Kultur- und Kreativwirtschaft profitieren. Warum also nicht Protagonisten aus dieser mit denen anderer Branchen hier vor Ort zusammen bringen und über Lösungsansätze und Ideen für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Transformation im Strukturwandel ernsthaft debattieren?
Aus der Stabstelle für Strukturwandel in der Staatskanzlei Sachsen-Anhalt erfährt das Projekt alle Unterstützung. Aus mehreren Gründen.
„Zeitz ist als Standort für Kreativschaffende sehr interessant, das zeigen die Entwicklungen rund um das VR-Zentrum in der alten Nudelfabrik (…) Wir brauchen mehr solcher Räume, die kreatives Denken und Handeln anregen. Solche Räume sind zumeist Magnet für kreative und innovative Menschen, die in und mit der Region Zukunft gestalten wollen.“ Und weiter: „Mit dem Creativ Lab Kohle haben wir die Chance, von Mai bis September bundesweit für den Ideenreichtum einer Region zu werben. Die Blicke werden auf Zeitz gerichtet sein – ein besseres Marketing für die Möglichkeiten in der Stadt und Region um Zeitz können wir uns kaum wünschen.“
Die Stabstelle betont den Facettenreichtum und die Innovationsstärke des Wirtschaftszweiges und dessen Fähigkeit, Bestehendes zu hinterfragen und dadurch Innovation anzuregen:
„…Mit dem Strukturwandel in den deutschen Braunkohleregionen sind wir nun Pioniere bei der Lösung großer Zukunftsfragen – Wie geht es mit der Energieversorgung in einer Form weiter, dass sie bezahlbar bleibt? Wie lassen sich Nachhaltigkeit, Bezahlbarkeit und Wertschöpfung miteinander vereinbaren? Wie können sich Unternehmen den neuen gesellschaftlichen Herausforderungen stellen und dabei zukunftsfähig bleiben? Wie sehen die Städte und Regionen der Zukunft aus?
All diese Fragen lassen sich nur in interdisziplinären Netzwerken aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft beantworten. Das Kompetenzzentrum des Bundes für Kultur- und Kreativwirtschaft wird gemeinsam mit Land, Region und insbesondere der Stadt Zeitz genau solche Netzwerke bundesweit erschließen und neue Ideen zur Gestaltung des Strukturwandels entwickeln.“
Darauf sind wir gespannt, werden dabei sein und berichten.

Strukturwandel kreativ. Blitzumfrage.