Sanierung der Kapitelschenke: 5,4 Millionen Euro retten ein Stück Zeitzer Geschichte
Kapitelschenke am Brühl: Die Sanierung kann beginnen
Viele Zeitzerinnen und Zeitzer verbinden Erinnerungen mit der Kapitelschenke am Brühl. Seit Jahren stehen die Gebäude leer. Jetzt steht fest, dass sie wieder zum Leben erweckt werden. Anfang September übergab das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt einen Förderbescheid über 5,4 Millionen Euro an die Stadt Zeitz und die Eigentümer des Denkmalensembles Brühl 24 bis 27.
Auf einen Blick
- Ort: Brühl 24–27, zwischen Schloss Moritzburg und Altstadt
- Förderung: 5,4 Mio. € über das Investitionsgesetz Kohleregionen
- Eigentümer: ZZ Wohnwert GbR
- Geplante Nutzung: Übernachtung, Veranstaltungen, touristischer Anlaufpunkt
- Nächster Schritt: Entrümpelung und Sicherung der Gebäude
Der Brühl: ein Ort, an dem Zeitz begonnen hat
Der Brühl gilt als ältester Siedlungsbereich der Stadt und wird oft als „Wiege von Zeitz“ bezeichnet. Hier lag im Mittelalter eine Kaufmannssiedlung, von der aus sich das städtische Leben entwickelte. Die Häuser Brühl 24 bis 27 rund um die ehemalige Kapitelschenke gehören zu den ältesten erhaltenen Denkmalensembles der Stadt. An ihnen lässt sich ablesen, wie Menschen hier über Jahrhunderte gewohnt und gearbeitet haben.
In den vergangenen Jahrzehnten haben Leerstand, Verfall und Abrisse im Quartier viel historische Substanz gekostet. Umso wichtiger sind die Gebäude, die geblieben sind. Sie sind Ankerpunkte für die Identität der Altstadt.


Was nach der Sanierung der Kapitelschenke entstehen soll
Frank Kuhnla und André Rölicke haben die Gebäude mit ihrer ZZ Wohnwert GbR über Jahre nach und nach erworben. Sie wollen das Ensemble samt Außenanlagen denkmalgerecht sanieren und touristisch nutzen, mit Übernachtungs- und Veranstaltungsmöglichkeiten in direkter Nachbarschaft zur Moritzburg.
Oberbürgermeister Christian Thieme sieht darin einen Anlaufpunkt, der in Zeitz bisher gefehlt hat. Er erwartet, dass die Sanierung das gesamte Quartier mitzieht. Das hat sich in der Altstadt bereits mehrfach gezeigt: Wo ein Haus wieder genutzt wird, folgen oft weitere.
Los geht es mit Entrümpelung und Sicherung der Gebäude. Ab dem kommenden Jahr soll die Sanierung auch von außen sichtbar werden, die Fertigstellung ist für 2029 geplant.
Warum die Sanierung so lange gedauert hat
Bereits 2022 wurden erste Fördermittel bewilligt, damals für die Planung. Es folgten mehrere Jahre mit Prüfungen und Abstimmungen zwischen Stadt, Land und Bund. Erst mit dem aktuellen Bescheid ist die Umsetzung des gesamten Vorhabens gesichert.
Ein so langer Vorlauf ist bei Denkmalsanierungen typisch. Bevor gebaut werden kann, müssen Bausubstanz und Kosten geprüft, Nutzungskonzepte abgestimmt und Förderbedingungen erfüllt werden.
Wie das Projektbüro unterstützt hat
Damit aus der Planung ein umsetzbares Vorhaben wird, braucht es viele Abstimmungen. Seit 2025 unterstützt Anke Wagener die Gespräche zwischen Land, Bund, Stadt und Eigentümern, damals noch als Quartiersmanagerin, heute im Projektbüro Stadt der Zukunft Zeitz.
„Der Brühl ist für mich als Zeitzerin mit vielen Erinnerungen verbunden. Er fühlt sich einfach heimelig an.“ — Anke Wagener, Projektbüro Stadt der Zukunft Zeitz
Wie viel der Ort auch anderen bedeutet, hat sie beim Tag des offenen Denkmals erlebt. Eine Bewohnerin des Brühls erzählte dort unter Tränen, wie sehr ihr der Verfall der vergangenen Jahre wehgetan hat und wie sehr sie sich über jedes sanierte Haus freut.
Was die Sanierung für die Altstadt bedeutet
Die Kapitelschenke ist eines von mehreren Vorhaben, mit denen historische Gebäude in der Zeitzer Altstadt gesichert und wieder genutzt werden. Jedes gerettete Haus stärkt das Quartier und macht die Innenstadt attraktiver, für Bewohnerinnen und Bewohner, für Gäste und für neue Nutzungen.
Damit zahlt das Projekt auf eines der Kernziele des Strukturwandels in Zeitz ein: wertvolle Flächen und Gebäude zu sichern, bevor sie verloren gehen, und sie langfristig wieder in Nutzung zu bringen.
Wir begleiten die Sanierung und berichten, wie es am Brühl weitergeht.
Zur Pressemitteilung der Stadt Zeitz vom 08.09.2026
Fotos: Lars Werner / Stadt Zeitz





