Mutige Orte im Strukturwandel: Zeitz beim Tag der Baukultur 2026
Strukturwandel in Zeitz: Leerstand als Gestaltungsspielraum
Was bleibt, wenn Menschen gehen, und was kann aus Leerstand entstehen? Beim Tag der Baukultur in Darmstadt hat Anastasija Budisevskaja vom Projektbüro Stadt der Zukunft Zeitz gezeigt, wie der Strukturwandel in Zeitz gemeinsam gestaltet wird.
Am 30. September 2026 hat die Schader-Stiftung gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zum Workshop „Mutige Orte?! Strukturwandel lokal gemeinsam gestalten“ eingeladen. Er fand im Rahmen der Darmstädter Tage der Transformation statt und war Teil des Tags der Baukultur.
Fachleute aus Verwaltung, Wissenschaft, Praxis und Zivilgesellschaft haben dort diskutiert, wie Strukturwandel vor Ort gelingen kann. Anlass war die Förderinitiative „Mutige Orte in den Kohleregionen“.
Mit einem Impuls aus der Praxis war Zeitz dabei.
Anastasija Budisevskaja vom Projektbüro hat gezeigt, wie sich der Wandel im Stadtbild zeigt: Zu DDR-Zeiten lebten rund 50.000 Menschen in Zeitz, heute sind es knapp 28.000. Die Gebäude sind geblieben.
Leerstand kann man als Verlust sehen, er ist aber auch Spielraum zum Gestalten. So ziehen diesen neuen Möglichkeitsräume immer mehr Mensch nach Zeitz, die sich hier ausprobieren möchten.
Ein Rückkehrer hat es so formuliert:
„In Berlin konsumiere ich. Hier mache ich.“
Stadtgestaltung ist mehr als Bauen
Aus Räumen werden erst Orte, wenn Menschen sie nutzen, Beziehungen entstehen und viele mitmachen. Das Projektbüro geht deshalb in drei Schritten vor:
Räume öffnen:
Vorhandenes zugänglich und nutzbar machen.
Menschen beteiligen:
Bedarfe erheben, bevor alles fertig geplant ist.
Nutzung entwickeln:
Mit Akteuren testen, lernen und weiterentwickeln.
Ein Beispiel ist das Vorhaben „Young Voices, local Choices“: Jugendliche entwickeln eigene Ideen für ihre Stadt und setzen erste Projekte selbst um. Die ehemalige Industrieimmobilie ZITZA könnte dafür ein echter Experimentierraum werden. Das Ziel ist nicht, das ganze Areal auf einmal zu lösen, sondern einen ersten verantwortbaren Schritt zu machen.
Ein mutiger Ort braucht mehr als einen Mutigen
Die Kommune ermöglicht, die Eigentümer öffnen, die Zivilgesellschaft belebt, die Nutzerinnen und Nutzer gestalten, Förderung schafft Spielraum. Unsere Erfahrung aus Zeitz: Die Akteure sind oft schon da. Sie finden aber nicht automatisch zusammen. Genau hier setzt das Projektbüro an. Es verbindet und öffnet Türen.
Sie haben einen Raum, eine Idee oder wollen in Zeitz etwas bewegen?
Sprechen sie uns an: Projektbüro Stadt der Zukunft Zeitz
Mehr zu dieser und weiteren Veranstaltung der Schader Stiftung: schader-stiftung.de/mutige-orte






