Was sich die ZeitzerInnen wünschen

Umfrage zur Neunutzung des ZEKIWA-Geländes.

Regenwasserspeicherung und mehr Gemeinschaft –
das wünscht sich die Zeitzer Bürgerschaft.

Reallabor ZEKIWA Zeitz stellt Ergebnisse der ersten Bürgerbefragung vor.

Das Reallabor ZEKIWA Zeitz (RZZ) hat die Ergebnisse einer ersten Bürgerbefragung zur Zukunft des ehemaligen ZEKIWA-Geländes veröffentlicht. Ziel des Projekts sei es, das traditionsreiche Areal unter dem Thema „Kreislaufwirtschaft“ zu einem lebendigen Ort zu entwickeln, heißt es in der Pressemitteilung heute.

Das RZZ wollte ein Stimmungsbild aus der Bevölkerung und beauftragte die Stiftung Bauhaus Dessau. Die Stiftung, einer der Projektpartner, führte an verschiedenen Orten Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern – unter anderem auf dem Wochenmarkt und beim Zuckerfest in Zeitz. „Trotz insgesamt zurückhaltender Teilnahmebereitschaft konnten 212 verwertbare Fragebögen erhoben werden“, teilt RZZ mit. 76 Prozent davon würden demnach aus der Zivilgesellschaft stammen, 19 Prozent aus der Stadtverwaltung und 5 Prozent aus dem Stadtrat. Alle Teilnehmenden seien in Zeitz ansässig.

Hohe Bekanntheit und überwiegend neutrale Bewertung

Laut Befragung kennen 89 Prozent der Teilnehmenden das ZEKIWA-Gelände. Rund zehn Prozent verbinden mit dem Standort persönliche Erinnerungen an die frühere Kinderwagenproduktion – Zitate wie „Arbeitsstelle meiner Mutter, Tante und Oma“ und „ich habe Ferienarbeit am Fließband gemacht“ gehören zu Beispielen dafür. Lediglich neun Prozent betonten bis heute die Bedeutung des Areals als identitätsstiftendes Zeugnis Zeitzer Industriegeschichte.

Ruhig und erholsam oder lebendig und aktiv?

In einer Frage ging es darum, wie sich BürgerInnen das Gelände selbst und das Freigelände vorstellen würden. Ein ruhiges, erholsames oder lieber lebendig und aktives Gelände? Und die Freiflächen, sollen sie grün, wild und naturnah sein oder eher einer städtischen Gestaltung folgen?

Wie sollte sich das Gelände in 5 Jahren anfühlen?

Wie sollte sich das Freigelände in 5 Jahren anfühlen?

Eine deutliche Mehrheit von 81 Prozent wünscht sich eine lebendige, aktive Nutzung für die Stadt Zeitz. 57 Prozent sprechen sich zugleich für naturnahe Qualitäten aus. Bei konkreten Ideen zeigt sich ein heterogenes Bild:

16 % stimmten mit Ideen wie „Ausstellungen“ für eine kulturelle Belebung, weitere 12 % sprachen sich für Angebote für Kinder und Jugendliche aus, wie z. B. „Disko“ oder „Spiele-Café“. Bildungs- und wirtschaftsbezogene Nutzungen wurden jeweils nur von 8 % genannt. Den größten Anteil mit 30 % formulierte den Wunsch nach Angeboten für mehr „Gemeinschaft“, z.B. mit Äußerungen wie „Treffpunkt für alle Generationen“, „Schaffung von Orten für Begegnung“ oder „etwas zum Zusammenkommen“. Den wenigsten Zuspruch mit nur 6% erhielt „Ruhe, Natur und Erholung“.

Klarer Wunsch nach Gemeinschaft und Aktivität

Generell taten sich viele Bürgerinnen und Bürger mit der Frage schwer, weil bereits alles in Zeitz vorhanden zu sein scheint; ein Zitat bringt es auf den Punkt: „Schwierige Frage … wir haben eigentlich alles da“.

Im Vergleich der Akteursgruppen zeigen sich unterschiedliche Herangehensweisen beim Engagement für die Jugend: Die Zivilgesellschaft setzt eher auf weitere Freizeitangebote, während der Stadtrat mehrheitlich Maßnahmen wie Schaffung von Ausbildungsstätten favorisiert, um Jugendlichen eine Zukunft in Zeitz geben zu können.

Welche Nutzung des ZEKIWA-Geländes würde den Bürgerinnen und Bürgern am meisten zugute kommen?

Was bräuchten Sie persönlich, damit das ZEKIWA-Gelände zu einem Lieblingsort von Ihnen wird?

Nutzungsschwerpunkte im Bereich Kreislaufwirtschaft

Welche Nutzung würde zum Thema Kreislaufwirtschaft den Bürgerinnen und Bürgern am meisten zugute Kommen?

Zum Thema Kreislaufwirtschaft erhielt das Thema Regenwassermanagement mit 54% den größten Zuspruch, das Thema Wasserknappheit scheint bis in die Breite der Gesellschaft hinein verankert zu sein. Auf Platz zwei kam mit 51 % die Ansiedlung eines Forschungs- und Bildungsinstituts, im Stadtrat sogar mit einer klaren Mehrheit von 71 %. Dies spiegelt einerseits wieder das Bedürfnis wider, etwas für die Jugend zu tun, andererseits verspricht man sich davon Arbeitsplätze, eine Verlebendigung der Gesamtstadt und den Anschluss an zukunftsfähige Themen.

Unterschiedlich bewerten die Akteursgruppen energetische Themen: Ein Drittel der Zivilgesellschaft spricht sich bevorzugt für ein Niedrigenergie-Wohnquartier aus, während Verwaltung (48 Prozent) und Stadtrat (55 Prozent) Energieerzeugung und -speicherung favorisieren. Die Einsparung von Energiekosten scheint ein vorrangiges Ziel der Stadt Zeitz zu sein.

Für einen Schaugarten konnten sich die wenigsten begeistern.

Ergebnisse fließen in die Planung ein

Die Befragungsergebnisse werden in die in diesem Jahr startenden Planungsverfahren einfließen. Weiterhin sind zahlreiche weitere Beteiligungsformate und Veranstaltungen auf dem Gelände und im ZEKIWA-Gebäude geplant.